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Sozialstaatsunterschiede

austria343768_eIch bin ja nun schon länger im Krankenstand und warte auf meine OP, die in zwei Wochen, dem 23. 8. über die Bühne gehen soll.
(Ich werde danach hoffentlich positives berichten können)

Tja. Nun habe ich fast 30 Jahre in Deutschland gewohnt und war dort auch schon mal länger Krank, was auch in OP´s mündete.

Da gibts eine Sozialversicherung dafür. Die Krankenversicherung.

Ich hatte die auch in Deutschland und sobald ich mich Krank meldete und eine Frist von 6 Wochen vergangen ist, wurde mir automatisch Krankengeld überwiesen, solange ich denen einmalig meine Kontonummer mitgeteilt hatte.

Die wussten ja,

  1. wer ich bin,
  2. wo ich wohne,
  3. welche Krankheit ich habe,
  4. wie lange es vermutlich dauert und
  5. was mir ausgezahlt werden muss.

So. Seit 2012 lebe ich wieder in Österreich und bin nun wegen meiner Hüfte auch im Krankenstand.

Die Jungs wissen

  1. wer ich bin,
  2. wo ich wohne,
  3. welche Krankheit ich habe,
  4. wie lange es vermutlich dauert und
  5. was mir ausgezahlt werden muss.

Aber… Hier liegt der große Unterschied.

Ich bekomme das Geld nicht. Ich muss erst einen Antrag auf Auszahlung vom Arzt abstempeln lassen. Also gerade jetzt, wo ich kaum noch gehen kann ein ziemlicher Aufwand.
Außerdem bekommt da wieder eine 3te Person Cash dafür, denn meine Ärztin muss ja was für mich tun.
Und außerdem kommt es mir vor, als müsste ich um Krankengeld betteln.

Aber es gibt oder gab ja schlimmeres. Denken wir nur an die Zeit der “Stempelmarken” wo man sich in einer “Traffik” (Zeitschriftenladen) extra “staatliche Briefmarken” kaufen musste um irgendwas amtliches bestätigen zu lassen.

Oder noch krasser in der damaligen Tschechoslowakei, wo man sich “Überweisungsscheine” kaufen musste um Geld vom eigenen Konto zu transferieren.

Und was mich manchmal sehr erschüttert ist dann der Ausspruch “Ja das ist eben bei uns so und Basta”, oder “bei uns muss das eben so sein, so müssen das alle machen”

So gut der Sozialstaat auch ist, so sehr bin ich manchmal entsetzt das man trotz EU nicht von anderen lernen “will”, sondern das alles so hinnimmt, weil im Hirn der Bevölkerung eine “Veränderung” immer etwas schlechtes darstellt.

Nehme ich die letzte Abstimmung in Österreich wegen der Wehrpflicht her, so kann ich mich nur für meine Abstammung schämen. Denn mit den üblichen Begründungen “das schadet denen gar nicht” oder “da lernen sie mal zu gehorchen” wurde der Gedanke an eine Abschaffung wie in Deutschland vom Tisch gewischt.

Aber eines Tages sind die ewig gestrigen alle mal weg und wir müssen nur dafür sorgen, dass diejenigen die nach uns folgen ein (eigenes) Hirn benutzen.
Das sie nicht unsere Fehler oder die Fehler unserer Eltern / Großeltern wiederholen und sich mit Verstand um ihre eigene Zukunft und die Zukunft ihrer eigenen Kinder kümmern.
Und das sie Anderen helfen ins 21te Jahrhundert auch geistig vorzudringen.
Zu verstehen dass man keine Kriege braucht um nach vorne zu kommen und dass sie nicht blind jedem “tollen Typen oder toller Ideologie” nachlaufen.

Um wieder auf das Thema zurück zu kommen:
Und das man den Sozialstaat nicht ausnutzen sollte, auch wenn ich das im Moment leider machen muss, weil ich nun seit fast 40 Jahren eine Krankheit habe, die mir eben (fast wörtlich) im Kreuz steckt.

Ach ja. Wer jetzt meint, ich würde nur ein Nestbeschmutzer sein, der ist einfach nur .. Na wir wollen hier nicht ausfallend werden ;-)

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