Rss

Einmal Hölle und zurück

Ein Beitrag vom September 2013
ischiasnerv

Ich hatte Verzweiflung, Ärger, Wut, Enttäuschung und unsagbar große Schmerzen hinter mir.

Der Beitrag blieb liegen… weiß nicht mehr warum. Wars mir peinlich, hab ich ihn vergessen…

Keine Ahnung

Jetzt gerade bin ich die letzten Tage auf Reha in Bad Schallerbach.
Inzwischen weiß ich, das ich eventuell für immer im Rollstuhl sitzen werde. Hätte ich nicht genug Arbeit und einen so harten sturen Schädel, bräuchte ich vielleicht einen Psychiater :-)
Es ist für mich eher traurig, selbst zu lesen, wie mies es mir damals ging.
Heute kann ich mit Medikamenten steuern wie groß die Schmerzen sind. Da ich nebenbei normal arbeite ist die Dosis schwer zu treffen.
Aber das bekomme ich hin.

Hier der Beitrag vom 12. September 2013

Ich schreibe diesen Beitrag 12 Tage nach der ersten Operation im Krankenhaus Gmunden
Ich sollte meine alte, vor immerhin 18 Jahren, eingesetzte künstliche Hüfte ersetzt bekommen
Die Schmerzen waren in der Zwischenzeit schon nicht mehr richtig zu ertragen und ich nahm Drogen um über die Runde zu kommen.

Am 22.8. Kam ich ins Krankenhaus und erwartete die OP früh morgens am Tag darauf,  einen Freitag.
Das was echt unangenehm war, war der Katheder. Jemand steckt einen Schlauch… Na ja, denkt es euch.

Die OP sollte lang dauern. 4 Stunden sagte man mir. Aber ich verschlief sie.

Dann wachte ich auf.

Schmerzen sind etwas relatives. So mancher jammert, wenn er sich in den Finger geschnitten hat, ein anderer sagt nur ‘shit’ und steckt den Finger in den Mund um gleich jemand zu fragen wo die Pflaster sind, ein anderer bemerkt es zwar, aber umwickelt den Finger nur um nicht alles voll zu bluten.

Ich bin der in der Mitte würde ich sagen. Aber ich hab schon einiges erlebt und durchlebt.

Doch was da sich mir zeigte, war ein Monster, das mir mit glühenden Nadeln unter der Haut den recht Fuß durchstach und mit seinen mit Säure getränkten Zähnen das Bein aufschlitzte.

Oh wie theatralisch, wird sich der eine oder andere denken. Aber es war noch schlimmer als ich es sagen konnte.
Als wäre ich mit offenem Bein mitten unter der OP erwacht.

Ich brüllte, ich schrie, ich versuchte alles um Hilfe zu bekommen.
Ich weinte und jammerte, wie noch nie im Leben davor.

Dabei hatte ich Infusionen mit heftigen Schmerzmittel angesteckt.
Niemand wusste was los war.

Ich wollte sterben, wollte erschlagen werden.

Es liest sich wohl schrecklich. Glaubt mir. Es war noch schlimmer.
Teilweise rettete mich die Ohnmacht.
Es wurden Unmengen an Mittel in mich hinein gepumpt
Gerade so viel das meine Leber und Niere nicht absterben.
Aber die Schmerzen sind geblieben.

Am Montag früh kam der Chefarzt und sagte das er mich nochmal aufmachen muss. Er muss deswegen ein paar andere Termine verschieben oder Absagen.

Mein Hinweis, das ich ihm leider nicht helfen kann wurde scheinbar nicht richtig verstanden.
Tja, was erlaub ich mir auch schmerzen zu haben.
Nochmals bot ich meine Hilfe an. Aber ich konnte ja nichts tun.

Also wurde ich am Dienstag nochmal operiert.

Das Aufwachen aber war wieder brutal.
Der eine Schmerz war weg, ein anderer kam dazu.
Seit dem hab ich ein Pflaster oder Klebestreifen unterhalb der Zehen am rechten Beinich spüre es. Auch wenn ich die Zehen bewege. Aber der Klebestreifen ist unsichtbar.
So wie das Papierschachterl, das auf den Zehen steckt. Einfach nicht sichtbar

Die Nerven können dir dumme Streiche spielen.

Ich war zwei Tage auf der Intensivstation. Da war eine Schwester Maria.
Sie verstand etwas von einer Technik, die mit Handauflegen funktioniert.
Sie bemerkte das es mir gut tut und bat eine Kollegin mir dieses Hand auflegen zukomme zu lassen.

Ich bin kein Esoterik Typ. Bin eher knallharter Physiker und glaub was ich sehe.
Aber es hat gewirkt.
Das erste mal das jemand mein Bein berührte. Wie ein Stromfluss. Der Schmerz verschwand oder wurde betäubt.
Heute noch möchte ich mich hei Schwester Maria und ihrer Kollegin bedanken. Mein Zustand wurde um 100 % besser.
Danke an dieser Stelle.

Ab nun wurde es immer besser.
Die Zeit auf der Orthopädie war vorbei und ich wurde auf die Akutgeriathrie verlegt.

Hort sich schlimm an ist aber die Abteilung der 70 jährigen. Also der Durchschnitt liegt hei ca 68 Jahren
Hurra. Ich bin ja sooooo jung :-)

Mit Genugtuung erkenne ich Fortschritte an fast jedem Tag.
Auch ein Mörder Muskelkater kann mich nicht zurück werfen. Jeden Tag etwas mehr.

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